Dienstag, 31. Mai 2016

Die NachDenkSeiten empfehlen der Linkspartei "ernsthafte Konsequenzen": Eine Säuberungsaktion

"Nach der Magdeburger Tortenattacke auf Sahra Wagenknecht übten sich die leitenden Funktionäre der Linkspartei schnell im Schulterschluss mit ihrer gedemütigten Fraktionsvorsitzenden. Das ist löblich. Noch löblicher wäre es jedoch, ernsthafte Konsequenzen aus diesem Vorfall zu ziehen. Der Täter und seine Hintermänner sind der Partei nämlich sehr gut bekannt und stammen aus dem Umfeld der Antideutschen, einer nach eigener Definition linken Splittergruppe, die sich im Zeichen der bedingungslosen Solidarität mit Israel und den USA vor allem als Steigbügelhalter rechter Kräfte betätigt. Das „Magazin“, für das der Tortenwerfer auf dem Parteitag akkreditiert war, genießt die „freundliche Unterstützung“ der Rosa Luxemburg Stiftung. Vielleicht sollte die politische Linke einmal in ihren eigenen Reihen ein wenig aufräumen."  (Jens Berger, NachDenkSeiten)


Die seit Monaten mit Querfront-Vorwürfen konfrontierten NachDenkSeiten - Jutta Ditfurth schrieb treffend "Nachhetzseiten" - schiessen seit gestern zurück. Mit ganz grobem Geschütz. Ihr Ziel: Die "Antideutschen".
Als hätte Diether Dehm (weltnetzTV, Wagenknecht-Flügel) die Feder geführt, nimmt Jens Berger speziell die Realos Klaus Lederer und Halina Wawzyniak ins Visier. Klaus Lederers Verbrechen war, Albrecht Müllers Allianz-Partner Ken Jebsen, den Friedenswinter, Konstantin Wecker, Pedram Shahyar, Diether Dehm, Sahra Wagenknecht und Xavier Naidoo in die Nähe der Querfront zu rücken. Die "Antideutschen" sind Diether Dehm schon länger ein Dorn im Auge, hatten sie es doch gewagt Xavier Naidoo zu kritisieren...

 

Nach mehreren an die Partei gerichteten Aufrufen und Bitten, Diether Dehm aus Gründen aus der Partei Die Linke auszuschliessen, scheint, nach dem fürchterlichen Terroranschlag auf Sahra Wagenknecht (#Tortenknecht), für die Querflöten in und um den Wagenknecht-Flügel die Zeit nun günstig, den Spiess umzudrehen, mit den "Antideutschen" kurzen Prozess zu machen und "aufzuräumen".
Jens Berger verweist in seinem Artikel nicht nur auf den NachDenkSeiten-nahen Blog "Hintergrund", sondern auch auf ein Interview des Daniele Ganser-Angestellten Jens Wernicke.
Dass Jens Berger den "Antideutschen" ihre Solidarität mit Israel und den USA ankreidet, muss nicht verwundern, wenn man den Hass von Albrecht Müller auf die USA und den Wunsch von Diether Dehm nach Solidarität mit der Hamas kennt. Auch Jens Berger machte auf dem Blog "Spiegelfechter" keinen Hehl aus seiner "Sympathie" mit Israel...


Jutta Ditfurth zur Torten-Affäre"Der Faden zwischen linken Milieus und Subkulturen und Linkspartei wird weiter reißen, weil eine Schokotorte als Ausrede und Entschuldigung benutzt wird, um rassistische und nationale Äußerungen der Fraktionsvorsitzenden gar nicht mehr zu kritisieren. Diese Form der "Loyalität", des Corpsgeistes und der unkritischen Solidarität wird die Linkspartei weiter schwächen. Das ist keine Beschwerde, nur eine Antwort an diejenigen, die glauben, dass die Torte die Partei stärkt. Sie stärkt nur Wagenknecht in der Partei (weil ihre Kritiker*innen kniffen), aber nicht die Partei."
 

Montag, 30. Mai 2016

Na sowas...

"Ich war auch nie Putins Freund. Wie alle russischen Kommunisten kämpfe ich gegen Putin von Beginn an, habe aber die Teile der Politik unterstützt, die richtig waren. Eine sadistische Zivilistenmörderin zu entlassen, während die Opfer der Kiewer Aggression im Donbass nach Vergeltung lächzen, ist definitiv falsch. Und eine Politik des Verrates an den Interessen der Menschen des Donbass wird meine Unterstützung auch nicht finden. AD"  (Antimaidan deutsch 2)


Weil der berühmte, kommunistische Anwalt Alexej Danckwardt - bekannt aus Funk und Fernsehen - bei Facebook gesperrt worden ist, wie sein treuer Facebook-Freund Helmut-Alexander Kalex vermeldet, scheint sich Danckwardt nun via "Antimaidan deutsch 2" an seine Leser zu wenden. Helmut-Alexander Kalex wiederum ist ein Freund der junge Welt-Journalistin Susan Bonath, welche wiederum eng mit Ken Jebsen  (Allianz-Partner von Albrecht Müller) befreundet ist, der ihr immer wieder eine Plattform auf KenFM gewährt. Ebenfalls eine treue Facebook-Freundin von Alexej Danckwardt ist die Betonkommunistin Solveigh Calderin, die früher sehr, sehr häufig auf dem Blog "The Babyshambler" von Florian Hauschild anzutreffen war, in sehr, sehr tiefsinnige Gespräche mit Ralf Stiegler vertieft, der sich später "Duderich"  zu nennen begann. Florian Hauschild arbeitet heute für den Friedenswinter und für RT Deutsch. Der Duderich ist mit Pantoufle vom Blog "Schrottpresse" befreundet, wo sie Seit' an Seit' für den Weltfrieden kämpfen. Pantoufle wiederum ist mit Flatter vom "Feynsinn" befreundet - weil: beide bedauernswerte Opfer von Herr Karl - dem Charlie vom "Narrenschiff" vor einigen Tagen einen Artikel gewidmet hat.


Leseempfehlung: DIE LINKE und der "Friedenswinter"

Sonntag, 29. Mai 2016

Ist Ihnen "dumm und asozial" lieber, Herr Pellmann?

Heute Morgen schaltete ich den Live-Stream des Linkenparteitages ein. Es sprach gerade Hans Modrow. Er liess die DDR und Kuba hochleben. Herr Pellmann (Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion Leipzisch und Mitglied des Landesvorstandes Sachsen) war auf Twitter erbost über meine "menschenverachtende Wortwahl", weil ich "widerliche Figur" getwittert hatte.
Ist Ihnen "dumm und asozial" lieber, Herr Pellmann?

Hans Modrow spricht am Linken-Parteitag


Aus Gründen hatte Hans Modrow in der SED schnell Karriere gemacht. 1987 war er gar als Nachfolger von Erich Honecker gehandelt worden. Hans Modrow verharmloste den Schiessbefehl an der DDR-Grenze und war wegen Wahlfälschung und meineidlicher Falschaussage verurteilt worden.
Nach seiner Rede am heutigen Parteitag war Hans Modrow mit grossem, lang anhaltendem Applaus bedacht worden...


Lutz Bachmann 2:  "Frau Wagenknecht, lassen Sie sich nicht beirren und machen Sie weiter. So weit auseinander liegen wir nicht...
...eventuell haben Sie Lust zu wechseln?"
 
Eine einzige Torte ist nicht genug...


Leseempfehlung:  "Torte auf Sahra Wagenknecht …"
 

Freitag, 27. Mai 2016

"leichten sinnes drüber weglesen"

Menschenverachtender Zynismus und Arroganz von Linksbloggern  - für Linke der "reinen Lehre" kein Problem: Einfach "leichten sinnes drüber weglesen"
 
Will ein linker Doktor die Grünen am liebsten anspucken -  für Linke der "reinen Lehre" kein Problem: Einfach "leichten sinnes drüber weglesen"
 
Israelhass, Hamas-Verehrung und Antisemitismus aus linkem Munde - für Linke der "reinen Lehre" kein Problem: Einfach "leichten sinnes drüber weglesen"
 
Afd-Parolen, Reichsbürger-Parolen und Nationalismus aus linker Feder - für Linke der "reinen Lehre" kein Problem: Einfach "leichten sinnes drüber weglesen"
 
Journalistenhatz, Querfront und Denunziation - für Linke der "reinen Lehre" kein Problem: Einfach "leichten sinnes drüber weglesen"
 
Gut, dass es auch andere Linke wie Gysi, Lederer, Ramelow, Ditfurth, Niewendick, Nowak und andere  gibt...

Dienstag, 24. Mai 2016

Niemand will Verschwörungstheorien und der Querfront Vorschub leisten.../UpDate

"Was also tun und wie vorgehen, wenn es wirklich „Verschwörungen“, intransparente Elitennetzwerke oder klandestine Macht zu kritisieren gilt? Anlässlich des von der Öffentlichkeit kaum bemerkten „Kriegs gegen das Bargeld“ sprach Jens Wernicke hierzu mit dem Wirtschaftsjournalisten und Autor populärer Wirtschaftsbücher Norbert Häring, der offen anspricht, dass es den Eliten hinter der Fassade dieses Konfliktes um die totale Kontrolle über die Bevölkerung geht."  (NachDenkSeiten, 12. Mai 2016)
 

Cashkurs TV: "Die Hintergründe der Bargeld-Verschwörung"
mit Norbert Häring

 
Norbert Häring, dem dank dem NachDenkSeiten- und Daniele Ganser-Mitarbeiter Jens Wernicke auch bei KenFM eine Bühne geboten wird, will Verschwörungstheorien keinen Vorschub leisten und wehrt sich dagegen, in die die Querfrontecke gestellt zu werden. Er sieht sich vielmehr als "Rufmord-" und "Diffamierungsopfer".
Norbert Häring vor wenigen Tagen auf seinem Blog: Der "Marschbefehl zu dieser Rufmordkampagne" sei anscheinend vom "unsäglichen Querfrontseiten-Blog" ausgegangen, der zur "Anti-Querfront-Subkultur" gehöre.
 
Der meint tatsächlich mich.
Norbert Häring behauptet also (mit Link auf meinen kleinen Blog) im Internet, dass ich mit meinem Artikelchen vom 11. März 2016 der Auslöser für eine "Rufmordkampagne" gegen ihn gewesen sein könnte. Interessante Theorie.

Bei Albrecht Müller, der dazu aufgerufen hatte, die Glaubwürdigkeit bestimmter Journalisten der "Leitmedien" (gemäss Liste auf den NachDenkSeiten) "im Mark" zu erschüttern, sieht Norbert Häring offenbar keine Rufmordkampagne...

 
UpDate vom 25. Mai 2016
 
Norbert Häring hat seinen Artikel vom 17. Mai 2016, in welchem er Ingo Stützle (Oxiblog), Peter Nowak (Jungle World) und mich scharf angreift, gestern überarbeitet (zweitletzter, mich betreffender Abschnitt).
Hier die alte Version aus seinem Jammer-Artikel:


Hier die neue, überarbeitete Version. In der neuen Version des Artikels fehlt jeglicher Hinweis auf die Überarbeitung. Sind das die Methoden eines "Wirtschaftsjournalisten und Autoren populärer Wirtschaftsbücher"? Oder um es mit den Worten von Norbert Häring auszudrücken:  "Ein Schelm wer äußerst übles dabei denkt."
 
Norbert Häring behauptet noch immer, dass ich den "Marschbefehl zu dieser Rufmordkampagne" ausgegeben haben könnte.

Montag, 23. Mai 2016

Was der Bandbreite-Wojna verschweigt...

"Ihre Songtexte sind amerikafeindlich, sexistisch und frauenverachtend - Diether Dehm, Spitzenkandidat der Linken in Niedersachsen, verteidigt die Band Die Bandbreite trotzdem. Sie kann von Kreisverbänden im Wahlkampf gebucht werden. Die Parteikollegen sind entsetzt." (Spiegel.de, 28.6.2013)

Diether Dehm anlässlich einer Diskussion mit der Querfront-Band "Die Bandbreite": "Und auch mit der Hamas muss man sich solidarisieren können" (ab Min 4:00)

 
Mit weinerlicher Stimme erzählt Wojna (Die Bandbreite) vom Unrecht, das ihm derzeit erneut widerfährt und bettelt um Geld für den anstehenden Rechtsstreit mit dem Fotografen Mario Bialek. Die Spenden gehen - aus Gründen - nicht mehr auf ihr Konto der GLS Bank, sondern auf das Konto der Triodos Bank.
Was Wojna, der selbstlose  Kämpfer für völkischen Frieden und Geschichtsrevisionismus Gerechtigkeit, aber bewusst verschweigt, ist nichts Geringeres als der eigentliche Grund für den Rechtsstreit: Wojna hatte öffentlich (siehe YouTube-Video ab Minute 13:00) behauptet, der Fotograf Mario Bialek arbeite für den Verfassungsschutz.


 
"Er sagt zu mir ja irgendwie „Gute Musik“ und hat mir die Hand gegeben. Ich habe gesagt „alles klar“. Was passiert am nächsten Tag. Am nächsten Tag finde ich ...ein Foto von diesem Typen und mir im Internet, wo drauf steht: „Thomas Steiner Wulff, Mitglied der NPD Hamburg. Ich denke: was ist denn jetzt los? Und dann kuck ich mir an, was dieser Thomas Wulff ist. Dieser Mann ist en hohes Tier in der NPD Hamburg und der stellt sich vor mich ohne dass ich ihn kenne und lässt sich foto fotografieren uns beide. Wer hat dieses Foto gemacht? Ein Mensch der regelmäßig für den Verfassungsschutz publiziert: Mario Bialek, der arbeitet für den Verfassungsschutz!" (Wojna, Die Bandbreite, 18.4.2015)
 
 
Wojna heute so.

Ob Texter Diether Dehm (Die Linke, weltnetzTV) ihre Songtexte schreibt...?
 

Samstag, 21. Mai 2016

Diether Dehm for Kanzler!

Gregor Gysi könne sich durchaus einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten von rot-rot-grün vorstellen.

Die Lösung ist doch so einfach und naheliegend: Diether Dehm for Kanzler!



Denn Diether Dehm (weltnetzTV, Die Linke) würde bestimmt auch der AfD (und Putin) ins Konzept passen. Als Regierungssprecher sähe ich Ken Jebsen. Sahra Wagenknecht (SED Die Linke), Frauke Petry (NSAFD) und Albrecht Müller (weltnetzTV, SPD, NachDenkSeiten) wären einem Ministerposten wohl eher nicht abgeneigt..

Freitag, 20. Mai 2016

Neo Magazin Royale

Hier nur ein siebenminütiger Ausschnitt aus der gestrigen Sendung "Neo Magazin" Royale" von Jan Böhmermann. Ich habe aber die ganze Sendung gesehen...



Armes Deutschland.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Fünf Austritte aus der Partei Die Linke wegen Rassismus, Rechtspopulismus und Antisemitismus

Aus einer Pressemitteilung vom 18. Mai 2016 von Jutta Ditfurth/ÖkoLinX-Antirassistische Liste:
 
"ÖkoLinX-Antirassistische Liste im Römer (Frankfurter Stadtparlament) öffnet sich für eine Vernetzung mit Kommunalparlamentarier*innen, die gegen alle Formen von Rassismus, Antisemitismus, völkischer Querfront und Sexismus kämpfen."
 
"Claudia Dziubas und Oliver Kube wollen es unter anderem nicht mehr mittragen, dass Repräsentant*innen der Linkspartei, unter ihnen Sahra Wagenknecht (Co-Vorsitzende der Bundesfraktion), Oskar Lafontaine (Ex-Parteivorsitzender, Fraktionsvorsitzender Saarland) und Diether Dehm (Bundestagsabgeordneter, Schatzmeister der Europäischen Linken) sich rassistisch bzw. national äußern ohne dass Partei- und Fraktionsvorstand Konsequenzen ziehen."
 
Claudia Dziubas: ""Primärer Grund meines Austrittes ist aber die immer stärker werdende rassistische Seite von DIE LINKE. Diese wird von unterster Ebene bis zur Parteispitze unter den Tisch gekehrt, mit wenigen Ausnahmen." Sie trage es nicht mehr mit, dass die Co-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Sahra Wagenknecht "in Bezug auf Flüchtlinge von ‘Gastrecht verwirken‘ spricht und sie sowie Oskar Lafontaine in Interviews Obergrenzen und konsequente Abschiebungen fordern". Gleichermaßen kritisiert sie, dass "z.B. Diether Dehm mit Antisemiten und Reichsbürgern gemeinsame Veranstaltungen betreibt." Kritik daran würde sowohl aus dem Fraktionsvorstand (Dietmar Bartsch) wie aus dem Bundesvorstand (Axel Troost) vom Tisch gewischt. Diese Haltung zeige sich bis hinunter auf die Kreisebene."


Oliver Kube: ""Viele linke Grundsätze sind mittlerweile verhandelbar geworden, denn die Linkspartei möchte gerne mitregieren. Selbst Antirassismus ist mittlerweile verhandelbar. Dass die Linkspartei vor den Rechtspopulisten kapituliert, ist ein Schlag ins Gesicht von Antifaschist*innen - darunter viele Linkspartei-Mitglieder, die sich seit Jahren konsequent gegen Nazis und bürgerliche Fremdenfeindlichkeit engagieren und dafür nicht selten Morddrohungen und staatliche Repressionen in Kauf nehmen […] und nicht zuletzt: ein Schlag ins Gesicht der Geflüchteten, deren Lage sich nicht verbessert, wenn die letzte Partei, die früher noch solidarisch war, nun auch noch auf den deutschnationalen Zug aufspringt. In einer Partei, in der Platz für Rassismus, Rechtspopulismus und Querfrontlertum ist, ist kein Platz für mich." Zwar seien viele Linke nach wie vor "sehr engagiert gegen Faschist*innen und Rechtspopulist*innen, aber wenn es ‘für den Frieden‘ oder ‘gegen das Finanzkapital‘ oder ‘gegen Israel‘ geht, machen viele Linkspartei-Mitglieder gemeinsame Sache mit Rechten." Sobald aber Kritik an rassistischen oder antisemitischen Äußerungen von Linkspartei-Politiker*innen laut würde, schweige der Parteivorstand oder beließe es bei "allgemeinen Stellungnahmen". Wer Widerstand gegen die rechtspopulistischen Tendenzen innerhalb der LINKEN leistet, werde, wie der Landessprecher*innenrat der Linksjugend [‘solid] Baden-Württemberg, gemaßregelt."
 
 
Was heute sonst noch so läuft:  Albrecht Müller (NachDenkSeiten) und Kopp-Autor Udo Ulfkotte referieren bei einer CSU-nahen Veranstaltung in München über "Meinungsmache" und "gekaufte Journalisten"...
 

Sonntag, 15. Mai 2016

Böhmermann fickt euch alle/UpDate

"Nachdem sich Jan Böhmermann nach der Aufregung um die Ausgabe von „Neo Magazin Royale“ vom 31. März erst außerstande gesehen hatte, die Radiosendung [Anm.: RBB-Sendung "sanft&sorgfältig", radioeins] zu moderieren und dann krankgemeldet hatte, werde es wohl nicht einmal zu einer Abschiedssendung vom öffentlich-rechtlichen Publikum von „sanft & sorgfältig“ geben. [...] Durch die Aufregung um das im „Neo Magazin Royale“ vorgetragene Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Erdogan wird auch das Interesse an der Radiosendung Böhmermanns gestiegen sein. Und ihr Marktwert."  (FAZ)
 
 
Folgendes könnte sich zugetragen haben:

- [UpDate] September 2014: RTL bricht die Comedy-Show "Was wäre wenn" mit Jan Böhmermann ab. Die RTL-Show habe "inhaltlich nicht wirklich überzeugen können" und hatte schlechte Einschaltquoten.
 
- 2014/2015: Jan Böhmermann und Olli Schulz erreichen mit "Neo Magazin Royale" und "sanft&sorgfältig" lächerliche Einschaltquoten. Der Wirbel um Varoufakis Stinkefinger sorgt für grössere Aufmerksamkeit, die jedoch nicht lange anhält.
 
- 17. März 2016: Extra 3 strahlt das Lied "Erdowie, Erdowo, Erdowahn" aus. (Das Lied ist nicht von Böhmermann, wie viele Deutsche glauben.) Darauf lässt Erdogan den deutschen Botschafter antraben.
 
- 31. März 2016: Böhmermann will "Erdowie, Erdowo, Erdowahn" toppen und liest sein rassistisches, homophobes und türkenfeindliches "Schmähgedicht" inklusive Disclaimer-Trick. Das Gedicht schlägt ein wie eine Bombe. Fast ganz Deutschland feiert Böhmermann wie einen Helden. Das Netz tobt. Erdogan auch. Massenhysterie macht sich (wieder einmal) in Deutschland breit...
 
"Böhmi, ich will ein Kind von dir!"
Massenhysterie in Deutschland wegen Böhmermann
 
 
- April 2016: Böhmermann sagt Grimme-Preisverleihung und Anne Will ab, meldet sich bei RBB krank und bettelt Kanzleramtschef Altmaier um Hilfe. Böhmermann erhält Polizeischutz und hat nun schön Zeit, mit Spotify einen Vertrag auszuhandeln. Schliesslich ist sein Marktwert dank Erdogan gestiegen.
 
- Mai 2016: Das erste Lebenszeichen: Böhmermann ist wahrhaftig auferstanden lässt sich von der "Zeit" interviewen. Seine Antworten reicht er schriftlich ein.
"Kanzlerin Merkel habe ihn filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai Weiwei aus ihm gemacht: Jan Böhmermann spricht in einem Interview über sein Schmähgedicht und die Folgen."  (FAZ)
 
- 12. Mai 2016: Böhmermann deckt auf, dass Wasser nass ist "Schwiegertochter gesucht" eine doofe, primitive Sendung ist und Deutschland verfällt wieder in Massenhysterie. Gregor Gysis Kritik am "Schmähgedicht" wird links liegen gelassen. Jetzt ist #verafake.
Böhmermann, der grosse "Aufdecker", enthüllt, dass die Protagonisten bei "Schwiegertochgter gesucht" nur 150 Euro erhalten.
 
- Heute starten Böhmermann und Schulz bei Spotify, einem Streaming-Giganten, dem von Künstlern und vom HR vorgeworfen wurde, dass er ausbeuterische Entschädigungen zahle. Im "besten Fall" würden die Künstler 0,6 bis 0,84 US-Cent pro übertragenem Musikstück erhalten...
 
 
 
Mir stellt sich folgende Frage: Hatte Böhmermann das "Schmähgedicht" bewusst eskalierend verfasst, um bewusst einen Skandal auf dem Rücken von Steuerzahlen und Flüchtlingen zu provozieren, nur um seinen Marktwert beim Wechsel vom ÖR zu Spotify zu erhöhen?
 
 
Quizfrage Nr. 1:
 
a) ein geldgieriger, rücksichtsloser Drecksack?
b) ein genialer Satiriker?
c) ein feiges, hinterhältiges Würstchen?
d) ein erbärmlicher Heuchler?
e) ein begnadeter Aufdecker?


Quizfrage Nr. 2:

Wie oft muss ein Titel von Spotify übertragen werden, damit ein Künstler 150 Euro erhält:
a) ca. 100 Mal?
b) ca. 1'000 Mal?
c) ca. 10'000 Mal?
d) ca. 30'000 Mal?

Samstag, 14. Mai 2016

Böhmermann ist ein Heuchler

Böhmermann habe etwas aufgedeckt, jubiliert fast das ganze deutsche Volk. Aufgedeckt? Dass "Schwiegertochter gesucht" eine doofe, primitive Sendung ist? Echt?  Also mir war das schon vor Böhmermann klar.
 
Fast das ganze deutsche Volk tut nun schrecklich empört darüber, dass die Teilnehmer von "Schwiegertochter gesucht" nur 150 Euro von RTL erhalten.
Schön, freut mich, finde ich auch skandalös. Wie viel bezahlte Böhmermann eigentlich den Schauspielern René und Robin?
 
Jan Böhmermann geht jetzt zum Musik-Streaming-Giganten Spotify. Hallo! Leute! Deutschvolk! Zu Spotify! Aufwachen! Nein, nicht zur Heilsarmee, zu Spotify! Spotify. Klingelt's?

"Aufdecker" Böhmermann wirbt für Spotify


Wie Spotify (über 1 Milliarde Jahresumsatz) die Künstler abspeist:  "Recherchen des Hessischen Rundfunks vom April 2013 zufolge bekommt ein Künstler im besten Fall nur 0,164 Cent pro Abspielvorgang [Anm.: Inzwischen auf 0,6–0,84 US-Cent erhöht] . Zum Vergleich: Verkauft ein Künstler ein Album mit 13 Liedern auf CD, bleiben ihm im besten Fall rund 3 Euro. Das Album müsse also rund 145 mal übertragen werden, damit der Künstler auf einen ähnlichen Ertrag kommt. Das Plattenlabel entscheidet letztlich darüber, ob die Musik auf Spotify angeboten wird. Die Zahlen gehen aus einer Abrechnung hervor, die eine Band dem Hessischen Rundfunk vorgelegt hat.[55]
[...] Kritik an dem Vergütungsmodell wurde auch von verschiedenen Künstlern und Musikern geäußert. Der Schlagzeuger der Black Keys, Patrick Carney, begründete die Entscheidung seiner Band, das Album El Camino nicht auf Spotify bereitzustellen, damit, dass Streaming-Dienste für „eine Band, die von der Musik lebt, finanziell keinen Sinn haben.“[57] Auch der Sänger Thom Yorke kündigte an, dass die Musik seiner Band Atoms for Peace wegen der schlechten Vergütung nicht auf Spotify verfügbar sein werde.[58] Über Twitter verkündete er: "Macht euch keine Illusionen. Neue Künstler, die ihr auf Spotify entdeckt, werden nicht bezahlt."  (Wikipedia)


"Ab Mai wird Jan Böhmermann seine Sendung „Sanft & Sorgfältig“ an der Seite von Oli Schulz nicht mehr im öffentlich-rechtlichen Radio Eins verbreiten, sondern bei Spotify.
Jenem Musikstreaming-Dienst also, der die musikalische Vielfalt durch maximale Ausbeutung künstlerischen Eigensinns vernichtet."  (LN Online)

So, Deutschvolk, nun könnt ihr eurem Idol und "Aufdecker" Böhmermann, der mit Spotify bestimmt einen äusserst lukrativen Vertrag ausgehandelt hat, weiter zujubeln. Und nochmals: Schwulen-, Türken- und Behindertenwitze sind nicht so mein Ding. Massenhysterie auch nicht.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Wenn Böhmermann um 16 Uhr in die Fußgängerzone scheißen würde...

"...whatever, wenn's Böhmermann ist - ich mutmaße mal: der kann inzw um 16 Uhr in die Fußgängerzone scheißen, und die Leute werden den Akt als Kunstfreiheit verteidigen & darin "geniale Satire" entdecken:
das Intimste in der Öffentlichkeit als Sinnbild des gläsernen Bürgers; die öffentliche "Selbst-Entleerung" als Abbild gestiegenem Mitteilungsbedürnis, das sich in inhaltsleerem "Gezwitscher" à la "esse grad Pommes" manifestiert, bei gleichzeitiger Isolation ("das Elementarste machst du doch allein")

...und erst die Meta-Ebenen(!): die gesellschaftl. Abhängigkeit der Straßenreinigung; der ein oder andere wird in den Haufen treten, weil er auf sein Smartphone fixiert ist - ein Exempel des
"Smobietums"; die Fliegen kreisen um den Haufen ⇒ wie die Menschen um sich selbst & ihre profansten Produkte...
die Handy-Filmer des künstl. Akts führen sich selbst als Voyeure & die Medienwelt ihren Verfall vor, indem schon ein Stuhlgang die Untergrenze der "Sensation" darstellt, etc etc ...

ergo: fundierte Gesellschafts-, Kultur-, sowie Kapitalismus-Kritik in einem - praktisch ein _auf den Punkt_ gebrachter Shitstorm, wort-wörtlich

und wer nicht lacht, hat's einfach nicht kapiert"  (Garfield)
 
 
Nahaufnahme in der Fussgängerzone

 
Das Beispiel mit dem böhmermannschen Scheisshaufen ging mir auch schon durch den Kopf [Metaebene]. Garfield hat es aber besser herausgearbeitet.
 
Garfield bloggt gelegentlich.


Leseempfehlungen: Das ganze Interview mit Gysi zu Böhmermann  und  "Was Satire nicht darf"

Albrecht Müller und Udo Ulfkotte halten medienkritisches Referat an CSU-naher Veranstaltung

"Ich werde dort zum Thema „Meinungsbildung vs. Meinungsmache – hat man eine Chance?“ referieren. Weitere kurze Referate folgen."  (Albrecht Müller)


Nebst anderen Referenten halten Albrecht Müller (NachDenkSeiten) und Udo Ulfkotte am 18. Mai 2016 ein Referat am Münchener Mediendialog 2016 der Vereinigung Europäischer Journalisten (VEJ) in Zusammenarbeit mit der Hanns Seidel Stiftung (HSS). Die Hanns Seidel Stiftung steht der CSU nahe.

"Die Hanns-Seidel-Stiftung vergibt regelmäßig Preise, so den Förderpreis für junge Songpoeten im Rahmen der Songs an einem Sommerabend, Die Raute für Schülerzeitungen, den Förderpreis für Politische Publizistik sowie den Hanns-Seidel-Preis für Wirtschaftsethik.
Zudem verleiht die Stiftung in unregelmäßigen Abständen den Franz-Josef-Strauß-Preis an „Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise für Frieden, Freiheit und Recht, für Demokratie und internationale Verständigung eingesetzt oder die sich besondere Verdienste in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie sowie Literatur und Kunst erworben haben.“ Bisherige Preisträger waren u. a. Helmut Kohl, Roman Herzog, Michail Gorbatschow, José María Aznar und George Bush sen."  (Wikipedia)


Thema des Referats von Udo Ulfkotte: "Gekaufte Journalisten"

Dienstag, 10. Mai 2016

Die Posse um den Pupswitz-Komödianten geht weiter...

Döpfner hatte in der Debatte um das Erdogan-Gedicht von Böhmermann in einem offenen Brief Partei für den Satiriker ergriffen. "Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht", schrieb der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses in der "Welt am Sonntag".  In einem Postskriptum fügte er hinzu: "Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen Ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen."  (Deutschlandradio Kultur)
 

makebeliefscomix.com/Comix/


Ich hatte auch laut gelacht, als ich vor einigen Wochen die peinlichen Zeilen im "offenen Brief" des Vorstandsvorsitzenden des Springer-Konzerns las. Ralf Höcker, der neue Anwalt von Erdogan, hat recht: Döpfner ist ein Trittbrettfahrer wie Didi Hallervorden. Und auch Unsympathen wie Erdogan haben Rechte. Menschenrechte. Der Vergleich mit einer Massenvergewaltigung war daneben, wie auch der Vergleich mit Ai WeiWei daneben war. Dass Erdogan ein rücksichtsloser Machtmensch ist, der kritische Journalisten ins Gefängnis wirft, Medien drangsaliert und Kurden brutal verfolgt, darf für die Beurteilung des "Schmähgedichtes" inklusive Disclaimer-Trick keine Rolle spielen. Es sind schlicht zwei Paar Schuhe.
 
Übrigens: Erdogan ist nicht Wulff...
 

Montag, 9. Mai 2016

"Endziel", "Eliten", "Bevölkerungsreduktion" - Albrecht Müllers ausgewählter Leserbrief

Albrecht Müller spricht gerne durch ausgewählte Leserbriefe. Neulich wurde von einem NachDenkSeiten-Leser in einem Leserbrief behauptet, dass Journalisten des Deutschlandfunks in den USA einer Gehirnwäsche unterzogen würden. Albrecht Müller schob dann bestätigend nach, man könne "es" auch bei Journalisten von ARD und ZDF beobachten:
 
"Die Einbindung von Journalisten findet auf vielfältige Weise statt – durch Verknüpfung mit den aufgeführten Institutionen. Darüber hinaus aber auch durch die Tätigkeit als Korrespondenten, vor allem in den USA und in Brüssel. Ein Leser der NachDenkSeiten, dem ich Anregungen für diesen Artikel verdanke, schreibt:
„Mir fiel auf, dass durch das bekannte Rotationsprinzip nach kurzzeitigen Aufenthalt in USA plötzlich ein anderer “Zungenschlag” zu vernehmen war, der anderswo als Gehirnwäsche gebrandmarkt wird.“ Er hat das beim Deutschlandfunk beobachtet. Man kann es bei der ARD und beim ZDF beobachten."  (Albrecht Müller)
 
 
Heute nun veröffentlichte Albrecht Müller einen ausgewählten Leserbrief, in welchem behauptet wird, dass die "Elite" ein "Endziel" habe, welches eine "Bevölkerungsreduktion" beinhalte...
 
 
 
Wie weit will Albrecht Müller in seinem Hass noch gehen...?
 


Albrecht Müller: "Die Gehirnwäsche geht weiter"
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3098

Albrecht Müller: "Spiegel-Leser bezahlen ihre eigene Gehirnwäsche – mit 171,60 € im Jahr. Helfen Sie ihnen, sich dieser zu entziehen."
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2288

Albrecht Müller veröffentlicht einen Artikel des PEGIDA-Verstehers Willy Wimmer:
"Wenn in diesen Tagen Oskar Lafontaine auf diesen Umstand dadurch hinweist, daß er im Sprachgebrauch einer amerikanischen Spitzenbeamtin auf den „US-amerikanischen Imperialismus“ hinweist, jault die deutsche Presse unisono auf, als hätte sie die Gehirnwäsche erfolgreich absolviert."
http://www.nachdenkseiten.de/?p=26528

Samstag, 7. Mai 2016

103 Euros für einen deutschen Volkswitz

DIE Gelegenheit für Türken- und Schwulenwitzeerzähler. DIE Gelegenheit für Rassisten, Nationalisten, Homophobe und Islamophobe:  103 Euros für einen deutschen Volkswitz dank Böhmermann und "Metaebene"...



Ich geh' dann mal eine Runde kotzen...

Freitag, 6. Mai 2016

Der Tankwart meldet Vollzug

"Sehr geehrte Genossinnen und Genossen,
ich erkläre hiermit meinen Austritt aus der Partei DIE LINKE mit sofortiger Wirkung..."  (Der Tankwart)



Kommentar von Tobias Weihmann:  "Ausgetreten woraus? Aus seinen Querfrontgruppen oder aus der Linkspartei? Viele hier sind doch sowieso nicht bei der Linken, und werden diese auch nicht wählen, solange die Genosse Wagenknecht, Gehrcke, Hunko, Dehm, Dagdelen, Neu etc. Danckwardts Weltbild auf einem etwas höheren Niveau fortführen. Aber immerhin ein kleiner, winzig kleiner Fortschritt für die Linke, ja, gratuliere euch! Danckwardt selbst hingegen kann seinen Querfront-Aktivismus - der für Autoritarismus von Links und Rechts den Boden bereitet - jetzt noch ungezwungener betreiben."


#Vollidiot #Querfront #Stalinist

Mittwoch, 4. Mai 2016

Weinerliche Witzfigur hält sich für "deutschen Ai WeiWei"

"Doch stattdessen hat sie mich filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai WeiWei aus mir gemacht"  (Witzfigur, welche die Nerven verloren hat, 3. Mai 2016)
 
Ob der peinliche Trittbrettfahrer Hallervorden auch einen "Song" darüber macht...?
 
Ob Ai WeiWei in China auch Polizeischutz erhalten hatte...?


Nachtrag vom 5. Mai 2016
Leseempfehlung: "Sprechdurchfall ist heilbar : Jan Böhmermann, kannst Du mal die Klappe halten?"

Dienstag, 3. Mai 2016

"Die Existenz von Antisemitismus in der Linken ist evident."

Hier einige Auszüge aus einem hervorragenden Artikel von Stephan Grigat mit dem Titel "Antisemitismus und Antizionismus in der Linken":

"Hannah Arendt wusste schon in den fünfziger Jahren, dass es sich bei der Annahme, Antisemitismus sei ausschließlich ein Phänomen der politischen Rechten, um ein hartnäckiges Vorurteil handelt. Zum Antisemitismus bei den Frühsozialisten, zum Antisemitismus in der europäischen Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts und zum Verhältnis der marxistischen Klassiker zum Judentum liegen mittlerweile zahlreiche Studien vor. Zum Antisemitismus in den Staaten des Realsozialismus ist ebenso geforscht worden wie zum antisemitisch aufgeladenen Antizionismus der Neuen Linken in den meisten westeuropäischen Ländern oder den USA. Diese wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema korrespondierte dabei mit einer weitgehenden Abwehrhaltung der Linken selbst."
 
"Als radikalste Form eines linken Antisemitismus können die stalinistischen Kampagnen gegen Zionismus und Kosmopolitismus gelten. Die von Lenin geführte Oktoberrevolution hat den russischen Juden - trotz struktureller Ähnlichkeiten der Leninschen Imperialismuskritik zum Antisemitismus  -  zunächst zahlreiche Vorteile im Vergleich zur Zarenzeit gebracht. Mit Stalin kam jedoch ein Mann an die Macht, der bereits im Kampf um die Nachfolge Lenins Antisemitismus als Mittel einsetzte. Für die spätere Entwicklung ist anzunehmen, dass Stalin sich von einem taktischen zu einem überzeugten Antisemiten gewandelt hat, der am Ende seines Lebens eine gewaltsame Umsiedlung der sowjetischen Juden in Erwägung zog."
 
"Während es bei Lenins Antizionismus, vor Auschwitz, hauptsächlich um organisationspolitische Fragen ging und der Zionismus als ein Nationalismus neben vielen anderen abgelehnt wurde, bekämpft der Antizionismus nach dem Zweiten Weltkrieg den Zionismus als eine besonders perfide Form des Nationalismus, die prinzipiell illegitim sei und alle anderen Nationen bedrohe. In Osteuropa wurde diese Transformation durch die stalinistischen Führungen vollzogen und auch nach der Entstalinisierung beibehalten. In Westeuropa war der Antizionismus nach 1945 lange eine Domäne der äußeren Rechten. Mit Ausnahme der dogmatischen, an der SU orientierten kommunistischen Parteien war die Linke Westeuropas - insbesondere in der BRD - bis 1967 ausgesprochen positiv gegenüber Israel eingestellt. Nach dem Sechs-Tage-Krieg änderte sich das schlagartig."
 
"Seit 1968 forcierten die Traditionslinken ihre Kritik an Israel. Zunehmend wichtig wurde seit dieser Zeit der Antizionismus der Neuen Linken. Seit Beginn der siebziger Jahre wird von linken und arabischen Gruppen vor allem an den Universitäten Propaganda gegen Israel betrieben, die sich in einigen Punkten nur mehr marginal von den zeitgleich verbreiteten Schriften rechter Gruppierungen unterscheidet."
 
"Antiimperialisten verkünden in Flugblättern die atemberaubende Neuheit, dass Israel „seit Beginn seines Bestehens seine Existenz auf Gewalt gegründet“ hat. Dabei wird natürlich so getan, als wäre das eine Besonderheit des israelischen Staates. Dieser massiven Kritik an Israel entspricht die völlige Abwesenheit einer grundsätzlichen Staatskritik in antizionistischen Kreisen. Was man an Israel kritisiert - seine Staatsgewalt und seine Nationswerdung inklusive der nationalen Mythen - wünscht man sich für die palästinensischen Brüder und Schwestern. Staat und Nation sind im Bewusstsein der meisten Antizionisten nämlich Erfüllungsgehilfen auf dem Weg zur Emanzipation - es sei denn, sie werden von Juden in Anspruch genommen."
 
"Während es für die meisten Antizionisten feststeht, dass Juden weder ein Volk noch eine Nation sind, können sie von Palästinensern kaum mehr anders reden als in der kollektivierenden Form des „palästinensischen Volkes“. Derartiges ist typisch für eine Linke, die ihre Solidarität mit Menschen nur dann in Gang setzen kann, wenn sie die Objekte ihrer Solidarität zuvor zu Völkern kollektiviert oder deren Selbstkollektivierung übernommen hat. Dass die Palästinenser ein Volk sind, steht für den Antizionismus außer Zweifel. Schließlich haben sie, angeblich anders als die Juden, einen Boden, der ihnen rechtmäßig zustehe. Nimmt man die antizionistische Propaganda beim Wort, so sind es nicht die Menschen, sondern der Boden, der befreit werden muss."

"Die Existenz von Antisemitismus in der Linken ist evident. Im Antizionismus tritt er als eine spezifische Form des Antisemitismus nach Auschwitz auf, der sich aus Mangel an konkreten Hassobjekten gegen den kollektiven Juden, den Staat Israel, richtet. Daß die im Antizionismus durchaus angelegten Vernichtungsphantasien nicht Realität geworden sind, verdankt sich  - und das scheint mir gerade in der aktuellen Situation nicht deutlich genug gesagt werden zu können- der israelischen Staatsgewalt.
Antisemitismus in der Linken manifestiert sich aber nicht nur im Antizionismus. Heute, da es auch innerhalb der Linken massive Kritik an antizionistischen Gruppen gibt, wäre vor allem eine Diskussion über strukturellen Antisemitismus wünschenswert. Ein zentrales Moment des modernen Antisemitismus ist der Hass auf die abstrakte Seite der kapitalistischen Warenproduktion, die in den Juden biologisiert wird. Am deutlichsten wurde das bei der im Nationalsozialismus vorgenommenen Trennung in deutsches „schaffendes Kapital“ und jüdisches „raffendes Kapital“."
 
 
 
Ach ja, und dann war da noch Wolfgang Gehrcke, dessen Frau an KenFMs Positionen Nr. 5 (alles glühende Israelfreunde!) teilgenommen hatte:
 

Kremlratten

(via Nobody)
 

Montag, 2. Mai 2016

Seit Pegida auf der Straße ist...

"Seit Pegida auf der Straße ist, zeigt sich hemmungsloser Alltagsrassismus."  (Jörg Schurig)

Anlässlich des neuen Video-Formates "Positionen" von KenFM sagte Willy Wimmer - er war auch Gast an den Pleisweiler Gesprächen 2014 - über die PEGIDA allen Ernstes:
 
"...werden die Leute [Anm.: PEGIDA-Anhänger], die sich dagegen verwahren, die werden... denen kommt man mit dem verbalen Gummiknüppel und knüppelt sie moralisch nieder, indem man sagt, das was die artikulieren, ist a priori rechts oder ist nazistisch und damit kann man in Deutschland Jeden mundtot machen..."
 


"...und genau diese Leute [Anm.: Migranten, denen wir Obdach geben] gehen dann auf diesen Leim der Salafisten und wem auch immer ein und betätigen sich kriegerisch. Und das richtet sich natürlich gegen uns. Dieses Empfinden wird man nicht los und die Leute, die in Dresden auf die Strasse gehen - und das denken auch im Rheinland Viele und in anderen deutschen Landesteilen - die machen sich Sorgen darüber, ob wir unser Land in fünf Jahren noch wiedererkennen oder wie das aussehen soll, und das ist automatisch immer die Frage danach, wie hilflos muss eigentlich eine Regierung sein, das alles zuzulassen, und diese Regierung, Bundesjustizminister, Aussenminister, der nordrhein-westfälische Innenminister Jäger, die prügeln dann auf diejenigen ein, die von ihrem originären demokratischen Recht Gebrauch."  (Willy Wimmer)


Willy Wimmer, der "Segensreiche", wird auch von den immer mehr nach rechts offenen NachDenkSeiten gerne genommen...