Sonntag, 17. April 2016

Wenn zwei Drittel der Deutschen...

"Die Deutschen stehen hinter dem Satiriker Jan Böhmermann - nicht hinter der Kanzlerin: Einer Umfrage zufolge halten 66 Prozent der Deutschen die Merkel-Entscheidung, ein Strafverfahren zuzulassen, für falsch."  (Spiegel.de)
 
"Zwei Drittel der Deutschen halten einer Umfrage zufolge die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, ein Strafverfahren gegen Jan Böhmermann zuzulassen, für falsch."  (Sputniknews)

 
Denn zwei Drittel der Deutschen können sich ja bekanntlich nicht irren...
 
"Böhmi, ich will ein Kind von Dir!"
 
 
 
Homophobie - geschenkt.
Islamophobie - geschenkt.
Ausländerfeindliche Ressentiments schüren - geschenkt.
Rassismus - geschenkt.
Danke, Böhmermann, du Retter völkischer Latrinensatire!
 

Kommentare:

  1. Zwei Drittel der Deutschen glauben nicht, dass Didi Hallervorden mit seinem Song nur auf Aufmerksamkeit aus ist...


    #Schwachkopf

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  2. Zwei Drittel der deutschen Mutterkreuzträgerinnen wünschen sich #Boehmermann als Schwiegersohn...

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  3. Das Problem des Wahrnehmungs-Horizontes ist die ausschließliche analytische Fokussierung auf nur einen Teil des Inhalts, und nicht den ganzheitlichen Kontext. Dazu gehört z.B. die Art und Weise der Präsentation, deren Beweggründe, die Ursachen, das Verhalten des Adressaten, dessen gesellschaftliche Position, letztendlich der Sinn und Zweck der ganzen Übung. Kurzes Beispiel voneweg:

    „Gott würfelt nicht, deshalb spielt er auch kein Schach.“

    Dieser kurze Text hat eine Inhalts-Ebene, die erstmal keinen Sinn ergibt. Um die geht es aber auch nicht, sondern um die inhaltlichen Kontext-Ebenen, zusammengefasst bestehend aus Einstein, Podolski und Böhmermann. Meta-Ebene eins wird aus dem unmittelbar umgebenden Kontext generiert, WO ich das geschrieben habe und WEM ich das geschrieben habe. Auf Meta-Ebene zwei spielt der kontextuelle Anlass, WARUM ich das geschrieben habe, so beinhaltet dies z.B. auch den Empfänger-Kontext. Und das ist ist ein ganz simples Beispiel. Es ist (ungeachtet Ihrer möglichen Antwort) abgeschlossen. Entweder man versteht den Witz mit seinen Anspielungen, oder man versteht ihn nicht weil einem Teile des Kontexts fehlen. Und das ist noch nichtmal eine Satire.

    Bei Böhmermann ist an dieser Meta-Stelle noch lange nicht Schluss, es geht erst richtig los. Es WÄRE Schluss, wenn niemand nach der Sendung reagiert hätte, hier in diesem Fall Erdogan, Merkel, die Presse, die Leute. Was wäre der Varoufakis-Fake ohne das „Mitspielen“ von Günther Jauch, ohne sensationsgeile Presse, ohne Reaktion von Varoufakis selbst, ohne die massive Diskussion und Meinungsvielfalt im Internet gewesen? Ein netter Witz wie sein Stefan-Raab-Prank, aber nicht mehr. Zur großen Satire wurde es vor allem durch die Beteiligung der Akteure, und zwar vollkommen egal WAS sie tun. Böhmermann lädt sie ein auf seine Bühne, und die kommen alle noch freiwillig und glauben sie könnten das Spiel zu ihrem Gunsten verändern. Dieses Spiel der perfekten Satire kann man aber nur mitspielen, oder es eben sein lassen, aber niemals gewinnen. Auch nicht Böhmermann selbst (wie man derzeit unschwer feststellen kann). Das ist Kunst in reinster Form. Wir alle sind Teil davon. Das ist größer als jeder einzelne von uns, größer als Merkel, größer als Erdogan, sogar größer als die Justiz, die Medien, und ihre Meinungshampel. Leute wie Diekmann spüren das, es kratz an ihrem Ego, so dass sie sogar Inhalte erfinden um sich dabei noch irgendwie krampfhaft in Szene zu setzen – und bleiben doch nur ein kleiner Spielball auf der gigantischen Bühne der Kunst.

    Erdogan hat allen Grund beleidigt zu sein: Er ist zu einer irren Witzfigur geworden, eine internationale Lachnummer. Nicht durch Böhmermann, und nicht durch die Satire, sondern durch sich selbst. Der zerlegt sich in den nächsten Monaten noch komplett wenn er so weiter macht. Das „beleidigende Gedicht“ hat überhaupt nichts dazu beigetragen, es ist reines Mittel zum Zweck, es ist der satirische Katalysator der in diesem Satire-Setup alle Puppen tanzen ließ. Und mehr ist es nicht und sollte es auch nie sein. Das ist High-End-Satire. In dieser Präzision, Wirkung und Raffinesse wie Böhmermann und sein Team hat das bisher noch keiner zustande gebracht.


    http://meedia.de/2016/04/14/verbale-lynchjustiz-hamburger-staranwalt-gerhard-strate-attackiert-jan-boehmermann/#comment-319853

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  4. was zu lesen

    https://www.freitag.de/autoren/charlie-schulze/blumen-fuer-den-meta-clown

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    1. Mit guten Kommentaren.
      Danke für den Hinweis!

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  5. Hier toben sich Boehmermann-Fans, Pegida-Marschierer und Neonazis jetzt aus: Hashtag "Zentralrat der Muslime"
    https://twitter.com/search?q=%22Zentralrat%20der%20Muslime%22&src=tren

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  6. Bin jetzt wahrlich kein Fan von Ken Jebsen, aber wo er recht hat...:
    "Böhmermann ist der grösste Kuscher"
    https://kenfm.de/me-myself-and-media-22/

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  7. "Wir stellen zum Beispiel die Frage, ob das Gedicht des Comedian auch dann noch von der deutschen Medienlandschaft als „genial“ gefeiert worden wäre, hätte Jan es gewagt, anstelle Erdogans einen anderen Staatschef ähnlich unter der Gürtellinie zu verhöhnen? Zum Beispiel Benjamin Netanjahu…"

    Und warum sollte Böhmermann einen anderen Staatschef heranziehen, wenn es Erdogan und nicht etwa Netanjahu ist, der sich über Satire im deutschen Fernsehen aufregt?

    Vom hirntoten Jebsen habe ich nichts anderes erwartet, aber daß du das ernst nimmst, wundert mich schon.

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    1. Ich habe mich schon gefragt was passiert wäre, wenn Böhmermädchen nicht Erdogan sondern Putin verhöhnt hätte, der die Medien in Russland beinahe gleichgeschaltet hat...
      Mir hat das Netanjahu-Beispiel von Ken Jebsen auch nicht gefallen.

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